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ACTA ORIENTALIA

EDIDERUNT

SOCIETATES

ORIENTALES DANICA FENNICA NORVEGIA SVECIA

CURANTIBUS LEIF LITTRUP, HAVNIÆ HEIKKI PALVA, HELSINGIÆ ASKO PARPOLA, HELSINGIÆ TORBJÖRN LODÉN, HOLMIÆ SAPHINAZ AMAL NAGUIB, OSLO

PER KVÆRNE, OSLO

WOLFGANG-E. SCHARLIPP,HAVNIÆ

REDIGENDA CURAVIT CLAUS PETER ZOLLER

LXXIX

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Contents ARTICLES

STEFAN BOJOWALD:Zu einigen Beispielen für denWegfall von „H“

in der ägyptischen Sprache ... 1 STEFAN BOJOWALD:Zu den Schreibungen des ägyptischen Wortes

„cwH.t“ „Ei“ ... 15 ILIJA ČAŠULE:New Burushaski etymologies and the origin of the ethnonym Burúśo, Burúśaski, Brugaski and Miśáski ... 27 HONG LUO:Whence the Five Fingers? A philological investigation of Laghukālacakratantra 5.171‒173ab as quoted in sMan bla don grub’s Yid bzhin nor bu ... 73 MICHAEL KNÜPPEL:Zwei Briefe Philipp Johann von Strahlenbergs an Curt Friedrich aus den Jahren 1723 und 1724 ... 111 RAJU KALIDOS:Caturviṃśati-Mūrti forms of Viṣṇu Additional notes on Daśāvatāra and Dvādaśa ... 133

REVIEW ARTICLE

CLAUS PETER ZOLLER:“Pagan Christmas: Winter feast of the Kalasha of the Hindu Kush” and the true frontiers of ‘Greater Peristan’ ... 163

BOOK REVIEWS

KNUTSON,JESSE ROSS.Into the twilight of Sanskrit Court Poetry. The Sena Salon of Bengal and Beyond, reviewed by Stella Sandahl ... .379

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Acta Orientalia 2018: 79, 1–13.

Printed in India – all rights reserved

Copyright © 2018 ACTA ORIENTALIA ISSN 0001-6438

Zu einigen Beispielen für den Wegfall von „H“ in der ägyptischen Sprache

Stefan Bojowald

Bonn, Germany

Abstract

In this contribution, attention is drawn to the Egyptian elision of “H“.

This phenomenon has beeen noted early on in research. Here, this basis is extended by 30 new examples. The material stems from writings of single words on the one hand and from plays on words on the other.

Keywords: Egyptian Philology – loss of “H“ in the Egyptian language – possible explanations for the loss.

In diesem Beitrag wird der Schwerpunkt auf dem ägyptischen Wegfall von „H“ liegen. Die Untersuchung des Phänomens blickt wissen- schaftsgeschichtlich auf eine längere Tradition zurück. In der Vergangenheit haben bereits mehrere Autoren mit Arbeiten zu diesem Aspekt auf sich aufmerksam gemacht, deren Namen anschließend in chronologischer Reihenfolge vorgestellt werden.

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Die ersten Ausführungen zu diesem Thema sind m. W. bei Sethe1 zu finden, der sich u. a. auf die Schreibung „cp.t“ für „<H>cp.t

„Gau“ gestützt hatte.

Die Überlegungen in diese Richtung wurden von Westendorf2 fortgesetzt, der dem Spektrum die Schreibung „wd“ für „wd<H>“

„eingießen“ hinzufügte.

Das Feld der Befürworter dieses Lautgesetzes wurde durch Cannuyer3 verstärkt, der sich auf den möglichen Wegfall von „H“ bei

„ptH“ „Ptah“ bezogen hatte. Die Konzentration hatte dort der Entwicklung in der jüngeren Sprache gegolten. Der Verlust des „H“

taucht z. T. auch bei semitischen Transkriptionen des ägyptischen Götternamens „ptH“ „Ptah“ auf, der von Morenz4 als Schreibfehler unter Einfluss der kanaanäischen Phonetik erklärt wird.

Die Frage wurde danach von Kurth5 aufgegriffen, der die Schreibungen „Sq“ für „S<H>q“ „Pulver (?)“ und „mcn“ für „mcn<H>“

„abwenden, abwehren“ beisteuerte.

Der ägyptische Wegfall des „H“ scheint sich in Anbetracht dessen allgemeiner Akzeptanz zu erfreuen6. Die Basis weist so große Festigkeit auf, dass darauf nunmehr eigene Gedanken aufgebaut werden können. Die Diskussion wird dabei möglichst transparent geführt, was nicht ausschließt, dass vielleicht nicht alle Thesen auf

1 Kurt Sethe, Das aegyptische Verbum im Altaegyptischen, Neuaegyptischen und Koptischen, Erster Band, Laut- und Stammeslehre, Leipzig 1899, 148 § 251; vgl.

auch Alan H. Gardiner, Late-Egyptian Miscellanies, Bibliotheca Aegyptiaca VII, Bruxelles 1937, 68a.

2 Wolfhart Westendorf, Grammatik der medizinischen Texte, Grundriss der Medizin der alten Ägypter VIII, Berlin 1962, 35.

3 Christian Cannuyer, kepitw: Héritier Bohaïrique de Hw.t-kA-ptH?. in: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 112 (1985), 115-118, hier 117.

4 Ludwig D. Morenz, Die Genese der Alphabetschrift, Ein Markstein ägyptisch- kanaanäischer Kulturkontakte, Wahrnehmungen und Spuren Altägyptens, Kulturgeschichtliche Beiträge zur Ägyptologie Band 3, Würzburg 2011, 236.

5 Dieter Kurth, Einführung ins Ptolemäische, Eine Grammatik mit Zeichenliste und Übungsstücken, Teil I, Hützel 2007, 526.

6 Der fast durchgängige Erhalt von „H“ bei hethitischen und akkadischen Umschreibungen ägyptischer Wörter stellt einen Sonderfall dar, der für die hiesigen Zwecke nicht weiter relevant ist, vgl. zu jenem Phänomen z. B. Zsolt Simon, Kann Armā mit Haremhab gleichgesetzt werden?, in: Altorientalische Forschungen 36/2 (2009), 340-348, hier 345f.; vgl. dazu auch Detlev Groddek, Zu den neuen ägyptisch- hethitischen Synchronismen der Nach-Amarna-Zeit, in: Göttinger Miszellen 215 (2007), 95-107, hier 97 n. 13.

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Zustimmung stoßen werden. Die Beispiele mögen hauptsächlich dabei helfen, dass die Auseinandersetzung mit diesem Aspekt wieder neu entfacht wird.

Der Wegfall von „H“ wird dazu im Folgenden aus größerer Perspektive als bisher betrachtet. Im Lauf der letzten Jahre hat sich neues aussagekräftiges Material angehäuft, das nur noch auf die Auswertung zu warten scheint. In der Position des Wegfalls von „H“

kann dabei noch einmal zwischen mehreren Möglichkeiten differenziert werden. Die Frage richtet sich danach, ob der Prozess am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes begegnet. Der dreiteilige Aufbau des vorliegenden Artikels will diesem Umstand Rechnung tragen. Die Hauptstütze für die Argumentation werden zunächst Schreibungen von einzelnen Wörtern bilden. Die Arbeitsgrundlage für diese Erscheinung kann auf diese Weise zusätzlich verbreitert werden. Der Blickwinkel wird dann aber geweitet, so dass nun auch Schrift- und Wortspiele in die Untersuchung einbezogen werden. Die Definition der Wortspiele lehnt sich dabei an das Paradigma von Leitz7 an, für den das wichtigste Kriterium im bloßen Gleichklang besteht. In jedem einzelnen Fall wird die Entschlüsselung der lautlichen oder graphischen Ursachen für den Wegfall angestrebt. Die Gesamtzahl der Beispiele beläuft sich auf 30 Stück, deren Alter der besseren Übersichtlichkeit wegen in Klammern hinzugefügt wird.

I. Der Wegfall von „H“ zu Beginn des Wortes

Die Darstellung fängt mit den Beispielen für den Wegfall von „H“ am Beginn des Wortes an.

Das erste Beispiel wird durch die Schreibung „wnw“8 (Spätzeit) für „<H>wnw“ „junger Mann“ vertreten, für welche die Erklärung mit

7Christian Leitz, Die Gaumonographien in Edfu und ihre Papyrusvarianten, Ein überregionaler Kanon kultischen Wissens im spätzeitlichen Ägypten, Soubassementstudien III, Teil 1: Text, Studien zur spätägyptischen Religion 9, Wiesbaden 2014, 310 n. 44.

8 David Klotz, Regionaly specific sacerdotal titles in Late Period Egypt:

Soubassements vs. Private Monuments, in: Alexa Rickert/Bettina Ventker (Hgg.), Altägyptische Enzyklopädien, Die Soubassements in den Tempeln der griechisch–

römischen Zeit, Soubassementstudien I, Band 2, Studien zur spätägyptischen Religion 7, Wiesbaden 2014, 775.

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dem Wegfall von „H“ durchaus ernsthaft zu erwägen ist. Die Suche nach lautlichen oder graphischen Gründen führt allerdings nicht sehr weit, da es an geeigneten Optionen zu mangeln scheint. Die Entscheidung muss daher bis auf weiteres offen bleiben. Der Wegfall von „H“ in der Umgebung von „w“ wiederholt sich unten noch weitere Male, was hier vorerst nur als solches konstatiert werden soll.

Die Schreibung „nk“9 (Neues Reich) für „<H>nk“ „(Wein) opfern“ sollte ebenfalls in die Betrachtung integriert werden, die als weiteres Produkt des Wegfalls von „H“ bestimmt werden kann. Die Entwicklung wurde hier vor „n“ in Gang gesetzt, wofür zunächst weder lautliche noch graphische Gründe zur Hand sind. Der gleiche Fall kehrt jedoch im weiteren Verlauf noch häufiger wieder, was vielleicht kein Zufall ist.

Die Schreibung „cnk“10 (Spätzeit) für „<H>ncq.t“ „Gelockte“

gilt es als nächstes zu diskutieren, die ebenfalls den Wegfall von „H“

erkennen lässt. Die Schreibung scheint außerdem von einer Metathese zu zehren. In der restituierten Form begegnet der Wegfall von „H“ vor

„n“, was mit dem vorherigen Beispiel parallel läuft.

Die Schreibung „gn“11 (Spätzeit) für „<H>gn“ gehört wohl in denselben Kanon, die ebenfalls den Einfluss des Wegfalls von „H“

verrät. Die semantische Bedeutung des Wortes setzt Widmer mit

„réjouissances (?)“ an, was im dortigen Zusammenhang durchaus Sinn ergeben würde. Im gleichen Kontext schließt sie jedoch eine Verbindung mit xaqin „herbe odorante“/ „menthe“ nicht grundsätzlich aus. Die Erklärung der Schreibung wirft auch hier

9 Boyo G. Ockinga/Yahya al-Masri, Two Ramesside Tombs at El Mashayikh, Part 1, The Tomb of Anhurmose – The Outer Room, Sydney 1988, 40.

10 G. Zaki, Le Premier Nome de Haute-Égypte du IIIe siècle avant J.-C. au VIIe siècle aprés J.-C. d´après les sources hiéroglyphiques des temples ptolémaïques et romains, Monographies Reine Élisabeth 13, Turnhout 2009, 6, Anm. 5; vgl. dazu auch Christian Leitz, Die Gaumonographien in Edfu und ihre Papyrusvarianten, Ein überregionaler Kanon kultischen Wissens im spätzeitlichen Ägypten, Soubassementstudien III, Teil 1: Text, Studien zur spätägyptischen Religion 9, Wiesbaden 2014, 11.

11 Ghislaine Widmer, Résurrection d´Osiris – Naissance d´Horus, Les papyrus Berlin P. 6750 et Berlin P. 8765, témoignages de la persistance de la tradition sacerdotale dans le Fayoum à l´ époque romaine, Ägyptische und Orientalische Papyri und Handschriften des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung Berlin, Band 3, Berlin-Boston 2015, 166.

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gewisse Fragen auf, da weder lautliche noch graphische Gründe verfügbar sind.

Das mögliche Schriftspiel zwischen 12 „Hesat-Kuh“ und „Sitz“

nimmt in den hiesigen Überlegungen den gleichen Stellenwert ein, dessen Erklärung mit dem Wegfall von „H“ zumindest eine denkbare Möglichkeit beinhaltet. Der Fundort zeichnet sich in der Zeile „Hc(A).t Hr c.t=k Hri-tp=k“13 (Spätzeit) ab, wofür die Übersetzung „The wild cow is upon your seat, so that you might rule“ gut zu passen scheint.

Die Ursache für den Wegfall des „H“ ist mit Sicherheit in dessen Assimilation an den „c.t“-Sitz zu suchen, wofür die Erklärung mit der gleich hohen Gestalt der Zeichen wohl das realistische Szenario darstellt.

Das mögliche Wortspiel zwischen „Hdb“ „bewahren“ und

„dp.t“ „Boot“ kann unter dem gleichen Oberbegriff subsumiert werden, in dem sich ebenfalls der Wegfall von „H“ manifestiert. Der Nachweis lässt sich anhand der Stelle „iA=n Sd.ti=f r Hdb n dp.t“14 (Dritte Zwischenzeit) erbringen, wofür die Übersetzung „Wir werden ihn bewahren vor Verletzung durch Boot“ durchaus tauglich ist. Die Erklärung mit lautlichen oder graphischen Gründen scheitert an der Tatsache, dass keine wirklich vernünftigen Aspiranten zur Auswahl stehen. Das Problem könnte mit der Annahme einer Analogiebildung aus der Welt geschafft werden.

II. Der Wegfall von „H“ in der Mitte des Wortes

Die Beispiele für den Wegfall von „H“ in der Mitte des Wortes werden an nächster Stelle folgen.

12 Zur „HcA.t“-Kuh vgl. zuletzt Willem Hovestreydt, Sideshow or Not? On the Side- Rooms of the First Two Corridors in the Tomb of Ramses III., in: B. J. J. Haring/Olaf E. Kaper/René van Walsem (Eds.), The Workman´s Progress, Studies in the Village of Deir el-Medina and other Documents from Western Thebes in Honour of Rob Demarrée, Egyptologische Uitgaven XXVIII, Leuven 2014, 103-132, hier 124.

13 Joshua A. Roberson, The Awakening of Osiris and the Transit of the Solar Barques, Royal Apotheosis in a Most Concise Book of the Underworld and Sky, Orbis Biblicus et Orientalis 262, Fribourg-Göttingen 2013, 25.

14 Hans-Werner Fischer-Elfert, Magika Hieratika in Berlin, Hannover, Heidelberg und München, Mit einem Beitrag von Myriam Krutsch, Ägyptische und Orientalische Papyri und Handschriften des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung Berlin, Band 2, Berlin 2015, 87.

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Die Schreibung15 (Dritte Zwischenzeit) für „vernichten“ dient dabei als erstes Beispiel, deren Ursache ebenfalls der Wegfall von „H“

bildet. Die wahrscheinlichste Ursache dürfte aus der Assimilation von

„H“ an „c“ bestehen. Die Situation ist sicher mit graphischen Gründen zu erklären, wozu nur an die Ähnlichkeit der beiden Zeichen im Hieratischen mit der daraus resultierenden leichten Verwechslungsgefahr erinnert werden muss. Das „t“ nach „c“ in der ersten Schreibung kann als bloßes Füllsel beiseite gelassen werden.

Das Wortspiel zwischen „mHni.t“ „Uräusschlange“ und „mn“

„bleiben“ muss als nächstes inspiziert werden, das sich offenbar in

„di=i n=k mHni.t mn.ti m HA.t=k“16 (Spätzeit) „Ich gebe dir die Uräusschlange, bleibend an deiner Stirn“ entwickelt hat. Die Möglichkeiten der lautlichen oder graphischen Erklärung des Wegfalls sind eher beschränkt. Die Nähe zu „n“ könnte allenfalls auch hier eine Rolle gespielt haben.

Das Sortiment kann durch das Wortspiel zwischen der Wurzel

„nHm“ und „nmt.t“ „Gang“ ergänzt werden, das sich an mindestens zwei Stellen auftut. Das erste Beispiel ist zwischen „nHm“

„beschützen“ und „nmt.t“ „Gang“ eingeleitet worden, das in „nHm=f nmt.t n=f“17 (Spätzeit) anzutreffen ist. Die Übersetzung „Er beschützt den Gang für sich“ ruft dafür den sinnvollsten Eindruck hervor. Das zweite Beispiel ergibt sich zwischen „nHm“ „berauben“ und „nmt.t“

„Gang“, das in „nHm.n=k nmt.t MgA“18 (Spätzeit) „Du bist deines Ganges beraubt, Maga“ verifiziert werden kann. Die Entstehungsgeschichte des Wegfalls von „H“ kann auch hier nur unter gewissen Vorbehalten rekonstruiert werden. Die Assimilation an „n“

dürfte noch am meisten überzeugen, die bereits öfter dokumentiert werden konnte.

15 Irmtraut Munro, Das Totenbuch des Pa-en-nesti-taui aus der Regierungszeit des Amenemope (pLondon BM 10064), Handschriften des Altägyptischen Totenbuches 7, Wiesbaden 2001, 59 v.

16 Holger Kockelmann/Erich Winter, Philae III, Die Zweite Ostkolonade des Tempels der Isis in Philae (CO II und CO II K), Teil 1: Text, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Denkschriften der Gesamtakademie, Band LXXVIII, Wien 2016, 17.

17 Susanne Töpfer/Marcus Müller-Roth, Das Ende der Totenbuchtradition und der Übergang zum Buch vom Atmen, Die Totenbücher des Monthemhat (pTübingen 2012) und der Tanedjmet (pLouvre N 3085), Handschriften des Altägyptischen Totenbuches 13, Wiesbaden 2011, 57.

18 Mareike Wagner, Der Sarkophag der Gottesgemahlin Anchnesneferibre, Studien zur spätägyptischen Religion 16, Wiesbaden 2016, 77.

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Das mögliche Schriftspiel zwischen „gc“ „Seite“ und „gHc.t“

„GHc.t“ verlangt nach der gleichen Aufmerksamkeit, für das hier zwei Belege aufgelistet werden können. Das erste Beispiel zeigt sich in der Zeile „(…) ii.n Hr, mH m fd.t m cxn.{n} =f it=f wcir, gmi.n=f cw Hr gc=f m gHc.t“19 (Neues Reich), wofür die Übersetzung „(…) Es kommt hiermit Horus, der gefüllt ist mit Schweiß auf der Suche nach seinem Vater Osiris, nachdem er ihn gefunden hat auf seiner Seite in gHc.t“ gewählt werden kann. Das zweite Beispiel tritt in der Zeile „aHa ir=k wcir pn, Hr gc=k m gHc(.t)“20 (Spätzeit) hervor, wofür die Übersetzung „Steh doch auf, Osiris hier, auf deiner Seite in Geheset“

akzeptabel ist. Die Erscheinung hängt wohl am logischsten mit der Assimilation von „H“ an „c“ zusammen, deren Anlass wieder die gleich hohe Gestalt der Zeichen geboten hat.

III. Der Wegfall von „H“ am Ende des Wortes

Der Kreis schließt sich mit den Beispielen für den Wegfall von „H“

am Ende des Wortes, die nun vorzustellen sind.

Die Reihe wird von der Form „A.t“21 (Neues Reich) für „A<H>.t“

„Feld“ eingeleitet, bei der „H“ nach „A“ abgeworfen worden ist. Die Lesung „A“22 für „AH.t“ „Feld“ wird hier besser aus der Betrachtung herausgehalten, da sie auf Konjektur beruht. Der Verlust von „H“ ist diesmal nach „A“ erlitten worden, dessen Hintergrund höchstwahrscheinlich in der Assimilation des Konsonanten an „A“

vermutet werden kann. Der Stimulus für eben diese Assimilation ist

19 N. St. Braun, Pharao und Priester – Sakrale Affirmation von Herrschaft durch Kultvollzug, Das Tägliche Kultbildritual im Neuen Reich und der Dritten Zwischenzeit, Philippika, Marburger altertumskundliche Abhandlungen 23, Wiesbaden 2013, 173.

20 Burkhard Backes, Der „Papyrus Schmitt“ (Berlin P. 3057), Ein funeräres Ritualhandbuch der ägyptischen Spätzeit, Band 1, Ägyptische und Orientalische Papyri und Handschriften des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung Berlin, Band 4/1, Berlin-Boston 2016, 689.

21 KRI V, 475, 13; Urk. IV, 2109, 16. Zur Herleitung des Wortes „AH.t“ „Acker“ von der Wurzel „*AHi/HAi“ „überfluten“ vgl. Jürgen Osing, Die Nominalbildung des Ägyptischen, Textband, Sonderschrift 3a Deutsches Archäologisches Institut Abteilung Kairo 3a, Mainz 1976, 224.

22 Alan H. Gardiner, Ramesside Administrative Documents, London 1948, 8a.

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wohl im Lautwandel zwischen „A“ und „H“ zu finden, zu dessen Gunsten bereits früher argumentiert wurde23.

Die nächsten Bemerkungen werden der Schreibung „At“24 (Spätzeit) für „At<H>“ „astronomisch“ gewidmet, bei der es zum Wegfall von „H“ nach „t“ gekommen ist. Die Ursache ist schwierig zu ergründen, da sich weder lautliche noch graphische Faktoren als Erklärung anbieten.

Die Schreibung „im.t“25 (Neues Reich/Spätzeit) für „im<H>.t“

„Imḥ.t“ muss bei dieser Gelegenheit ebenfalls eingeführt werden. Die Erklärung mit lautlichen oder graphischen Gründen fällt zunächst nicht ganz leicht, da geeignete Kandidaten zu fehlen scheinen.

Der nächste Platz auf der Liste wird durch die Schreibung „in“26 (Mittleres Reich/Spätzeit) für „in<H>“27 „Augenbraue“ besetzt. Der Wegfall von „H“ ist hier nach „n“ zu belegen, wozu noch einmal an die Bemerkungen weiter oben erinnert sei. Die herkömmliche Deutung von „in“ als Defektivschreibung für die „inH“–Augenbraue

23 Stefan Bojowald, Der ägyptische Lautwandel zwischen „A“ und „H“, in: Journal of the American Oriental Society 136.4 (2016), 829-834.

24 Otto Neugebauer, Demotic Horoscopes, in: Journal of the American Oriental Society 63 (1943), 115-126, hier, 115.

25 Barbara Lüscher, Totenbuch Spruch 149/150, Totenbuchtexte, Synoptische Textausgabe nach Quellen des Neuen Reiches Band 6, Basel 2010, 93; Susanne Töpfer, Fragmente des sog. “Sothisrituals“ von Oxyrhynchos aus Tebtunis, CNI Publications 40, Copenhagen 2015, 52; Susanne Töpfer, Tradition und Innovation im römerzeitlichen Per-Chefyt bei Oxyrhynchos – ein „altbekannter“ Reinigungsspruch und seine Tebtynis-Rezension, in: Andreas H. Pries (Hrsg.), Die Variation der Tradition, Modalitäten der Ritualadaption im Alten Ägypten, Akten des Internationalen Symposiums vom 25.-28. November 2012 in Heidelberg, Orientalia Lovaniensia Analecta 240, Leuven-Paris-Bristol,/CT 2016, 79; beachte das außergewöhnliche Determinativ „Kanal“ und „Wasserlinien“ nach „imH.t“ bei Günther Lapp, British Museum Totenbuch-Papyrus Nebamun (BM EA 9964), Beiträge zum Alten Ägypten 5, Basel 2014, 27.

26 Adolf Erman, Die Geschichte des Schiffbrüchigen, in: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 43 (1906), 1-26, hier 10; Jacques Vandier, Le Papyrus Jumilhac, Paris o. J., 194 (522).

27 Zum Wort „inH“ „Augenbraue“ vgl. auch Hildegard von Deines/Wolfhart Westendorf, Wörterbuch der medizinischen Texte, Erste Hälfte (A-r), Grundriss der Medizin der alten Ägypter VII 1, Berlin 1961, 61; M. P. Lacau, Les noms des parties du corps en égyptien et en sémitique, Extrait des Mémoires de l´ Académie, Tome XLIV, Paris 1970, 48; Joachim Stephan, Die altägyptische Medizin und ihre Spuren in der abendländischen Medizingeschichte, Ägyptologie Band 1, Berlin 2011, 19-20.

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wurde von Edel28 angezweifelt, der „in“ lieber als eigene Bezeichnung für die „Augenbraue“ installieren will. Die gleichen Bedenken gegen die Schreibung „in“ für „inH“ „Augenbraue“ scheint Goedicke29 zu hegen, der darin gerne eine Schreibung für „iwn“ „Farbe“ sehen möchte. Der Gedanke war jedoch bereits zuvor von Erman negativ beschieden worden. Die hier gegebene Interpretation befindet sich in diametralem Gegensatz zu Vernus30, welcher das Verhältnis genau umkehrt und an die Hinzufügung eines „H“-Suffixes denkt. Der Ansatz kann nicht völlig ausgeschlossen werden, wird hier aber für weniger wahrscheinlich gehalten.

Das nächste Beispiel liefert die Schreibung „iq“31 (Spätzeit) für

„iq<H>“ „herbeibringen (?)“, deren Ergänzung auf diese Weise durch Junker vorgenommen wird. Wenn die Idee richtig ist, ergibt sich ein gewisses Dilemma, da weder graphische noch lautliche Gründe als Erklärung für die Assimilation von „H“ an „q“ greifbar sind. In Anbetracht dieser Tatsache ist daher über Vermutungen einstweilen nicht hinauszukommen. Die Überlegung bietet sich alternativ an, ob

„iq“ nicht auch eine Schreibung für „inq“ „fließen“ sein könnte. Der dortige Textzusammenhang würde jedenfalls beide Möglichkeiten erlauben. Im letzten Fall könnte interpretatorisch über den bekannten Lautwandel zwischen „n“ und „i“ gegangen werden.

Die Schreibung „id“32 (Spätzeit) für „id<H>w“ „Delta“ sollte ebenfalls gebührend berücksichtigt werden, in welcher ebenfalls der Wegfall von „H“ zu verfolgen ist. Die Bestimmung der lautlichen oder graphischen Gründe bringt zunächst kein wirklich befriedigendes Ergebnis hervor. Der auslösende Faktor könnte allenfalls in der Nähe zu „w“ verankert werden, die bereits oben als Erklärung herangezogen

28 Elmar Edel, Beiträge zu den Inschriften des Mittleren Reiches in den Gräbern der Qubbet el Hawa, Münchner Ägyptologische Studien 25, Berlin 1971, 32.

29 Hans Goedicke, Die Geschichte des Schiffbrüchigen, Ägyptologische Abhandlungen 30, Wiesbaden 1974, 31.

30 Pascal Vernus, La racine gm, notion de „recontre, contact avec“, et ses radicaux dérivés (gmH, ngmgm et gmgm), in: Rune Nyord/Kim Ryholt (Eds.), Lotus and Laurel, Studies on Egyptian Language and Religon in Honour of Paul John Frandsen, CNI Publications 39, Copenhagen 2015, 419-435, hier 421.

31Hermann Junker, Der große Pylon des Tempels der Isis in Philä, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Denkschriften – Sonderband, Wien 1958, 36.

32 C. E. Sander-Hansen, Die Texte der Metternichstele, Analecta Aeggyptiaca VII, København 1956, 37 (§ 53).

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worden war. Die Annahme einer Analogiebildung zu den übrigen Fällen könnte ansonsten einen potentiellen Ausweg eröffnen.

Der gleiche Bezug muss auf die Schreibung „wr“33 (Spätzeit) für „wr<H>“ „salben“ genommen werden, hinter der sich ein weiteres Beispiel für den Wegfall von „H“ verbirgt. Der Wegfall von „H“

nimmt hier nach „r“ seinen Lauf, wofür die Eigenschaft der beiden Laute als Laryngale verantwortlich zu machen ist.

Die Ausführungen werden mit der Schreibung 34 (Dritte Zwischenzeit) für „Feinde abschlachten“ fortgesetzt. Der Prozess ist hier nach „c“ in Gang gesetzt worden, wozu die ähnlich hohe Gestalt der betreffenden Zeichen als Erklärung ausreicht. Das „t“ unter dem

„Messer“ kann wieder als Füllsel bestimmt werden. Im Fall der hiesigen Deutung zeigt sich ein gewisser Gegensatz zu Vernus35, der das Verhältnis genau andersherum auffasst und mit der Hinzufügung eines „H“-Suffixes rechnet. Der Vorschlag kann m. E. weniger Plausibilität für sich beanspruchen, soll aber auch nicht vollkommen abgelehnt werden.

Die nächsten beiden Beispiele werden wieder zu einer kleinen Gruppe verklammert, als deren Kern die Schreibung „mr“ für „mrH“

zu sehen ist. Die Schreibung „mr“36 (Spätzeit) für „mr<H>“ „salben“

muss genau in diesem Sinn aufgefasst werden, deren Erklärung mit Hilfe des Wegfalls von „H“ eine vernünftige Lösung impliziert. Die gleiche Notiz sollte von der Schreibung „mr.t“37 für „mr<H>.t“ „Öl“

genommen werden, die ebenfalls unmittelbar auf den Wegfall von „H“

zurückgeht. Die Beispiele werden als gemeinsames Charakteristikum durch die Assimilation von „H“ an „r“ zusammengehalten. Die Erklärung mit der Eigenschaft der beiden Laute als Laryngale leuchtet auch hier am besten ein.

33 Andrea Kucharek, Altägyptische Totenliturgien Band 4, Die Klagelieder von Isis und Nephthys in Texten der Griechisch-Römischen Zeit, Supplemente zu den Schriften der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch–historische Klasse Band 22, Heidelberg 2010, 427.

34 Munro, Totenbuch des Pa-en-nesti-taui, 47.

35 Vernus, Racine, 421.

36 Opet I, 278 rechts; zu dieser Stelle vgl. Christian Leitz, Geographisch – osirianische Prozessionen aus Philae, Dendera und Athribis, Soubassementstudien II, Studien zur spätägyptischen Religion 8, Wiesbaden 2012, 76.

37 Rosemarie Drenkhahn, Die Handwerker und ihre Tätigkeiten im Alten Ägypten, Ägyptologische Abhandlungen 31, Wiesbaden 1976, 11.

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Die Schreibung „nw“ 38 (Spätzeit) für „nw<H>“„binden“

erfordert das gleiche Interesse, an welcher ebenfalls der Wegfall von

„H“ abzulesen ist. Die Möglichkeit ist prinzipiell gegeben, dass „H“ an

„w“ assimiliert worden ist, wozu nochmals auf die Bemerkungen weiter oben zu verweisen ist.

Die nächsten Beispiele formieren sich zu einer kleinen Gruppe, in deren Mittelpunkt die Wurzel „cAH“ – mit unterschiedlichen Bedeutungen! – steht. Die Schreibung „cA“39 (Neues Reich) für

„cA<H>“ in „cAH-tA“ „Nachbar“ bildet darunter den Auftakt, die mit guten Gründen auf den Wegfall von „H“ zurückgeführt werden kann.

Die Schreibung „cA“40 für „cA<H>“„Zeh“41 fügt sich ebenfalls gut in dieses Raster ein, die dasselbe Verständnis voraussetzt. Die zuletzt genannten Beispiele gehören alle zur gleichen Kategorie, da überall der Ausfall von „H“ nach „A“ zu beobachten ist. Die Erklärung mit dem bereits oben genannten Lautwandel zwischen den beiden Konsonanten wird wohl am ehesten das Richtige treffen.

Der Stellenwert der Schreibung42 (Neues Reich) für „ausrüsten“

muss genauso hoch angesetzt werden, die ein zusätzliches klares Indiz für den Wegfall von „H“ liefert. Der Wegfall von „H“ tritt hier nach

„b“ in Kraft, als dessen Ursache die ähnlich hohe Gestalt der entsprechenden hieratischen Zeichen anzugeben ist.

Die nächsten Beispiele bilden eine größere Einheit, in deren Zentrum die Schreibung „gr“ für „grH“ – mit unterschiedlichen

38 Sandra L. Lippert, Les divinités du Fayoum à Hibis, in: Nadine Quenouille (Hrsg.), Von der Pharaonenzeit bis zur Spätantike, Kulturelle Vielfalt im Fayum, Akten der 5.

Internationalen Fayum-Konferenz, 29. Mai bis 1. Juni 2013, Leipzig, Wiesbaden 2015, 81.

39 Gardiner, Late-Egyptian Miscellanies, 65 a (p.Anast. V, 17, 1); Gardiner, Late- Egyptian Miscellanies, 103a (pLansing 4, 3).

40 Alan H. Gardiner/Herbert Thompson/J. G. Milne, Theban Ostraca, Edited from the originals, now mainly in the Royal Ontario Museum of Archaeology, Toronto, and the Bodleian Library, University of Toronto Studies, Oxford 1913, 15 (Kommentar zu S.

14, Text C 1, Z. 4).

41 Zum Wort „cAH” „Zeh” vgl. Lacau, Parties du corps, 137-138; Hildegard von Deines/Wolfhart Westendorf, Wörterbuch der medizinischen Texte, Zweite Hälfte (h–

D), Grundriss der Medizin der alten Ägypter VII 2, Berlin 1962, 710-711; Raymond O. Faulkner, A concise dictionary of Middle Egyptian, Oxford 1962, 210; Penelope Wilson, A Ptolemaic Lexikon, A lexicographical study of the texts in the temple of Edfu, Orientalia Lovaniensia Analecta 78, Leuven 1997, 791; Leonard H. Lesko, A dictionary of Late Egyptian, Volume III, Providence 1987, 10.

42 Gardiner, Late-Egyptian Miscellanies, 55 a (pAnast. IV, vs. C, 6).

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Bedeutungen! – zu lokalisieren ist. Die Schreibungen „gr“43 (Neues Reich) für „gr<H>“ „Nacht“ und „gr.t“ 44 (Neues Reich) für

„gr<H>.t“„Nacht“ sind als erstes unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, deren Entstehung mit dem Wegfall von „H“ rational begründet werden kann. Der Umstand, dass „grH.t“ „Nacht“ in der gleichen Zeile des zweiten Textes noch einmal in gesunder Form geschrieben ist, braucht dem Ganzen nicht zu widersprechen. Die Erklärung des Ausfalls von „H“ mit handfesten technischen Ursachen wird dadurch kaum ernstlich tangiert. Wer stattdessen mit einem Flüchtigkeitsfehler des ägyptischen Schreibers argumentieren wollte, hätte die gleichen Schwierigkeiten zu begründen, warum er so kurz hintereinander nur an einer Stelle geschehen ist. Die Schreibung

„gr“45 (Neues Reich/Spätzeit) für „gr<H>“ „beenden“ ordnet sich in die gleiche Reihe ein, die ebenfalls den Einfluss des Wegfalls von „H“

widerspiegelt. In all diesen Fällen taucht der Wegfall von „H“ nach „r“

auf, was wieder mit der Eigenschaft der Laute als Laryngale zusammenhängen dürfte.

Die Schreibung „dn“46 (Neues Reich) für „dn<H>“ „am Flügel packen“ lässt sich den übrigen Beispielen gleichberechtigt an die Seite stellen, in welcher der Wegfall von „H“ ebenfalls klar und deutlich entgegentritt. Die Frage nach der Ursache ist durch den Hinweis auf die eventuelle Wechselwirkung zwischen „H“ und „n“ zu beantworten, die bereits oben zur Sprache gekommen war.

Das mögliche Wortspiel zwischen „pH“ „erreichen“ und „p.t“

„Himmel“ besitzt für dieses Thema die gleiche Relevanz, in dem sich ebenfalls der Wegfall von „H“ beobachten lässt. Die Quelle bildet die Stelle „pH=k p.t smA m ra.w“47 (Spätzeit), wofür die Übersetzung „Du sollst den Himmel erreichen, du sollst dich zu Re gesellen“

praktikabel erscheint. Die Erklärung mit lautlichen oder graphischen Gründen endet auch hier ohne echtes Ergebnis. Der hermeneutische

43 KRI VI, 342, 13.

44 Georges Posener, Catalogue des ostraca hiératiques littéraires de Deir el Médineh, Tome I (Nos 1001 à 1108), Documents de Fouilles, Le Caire 1938, Pl. 9 (oDeM 1014 I, 12).

45 KRI VII, 334, 6; Hans Goedicke, Comments on the „Famine Stela”, Varia Aegyptiaca Supplement 5, San Antonio 1994, 76.

46 Gardiner, Late-Egyptian Miscellanies, 59a.

47 Backes, Papyrus Schmitt, 388.

(17)

Engpass kann vielleicht mit der Annahme einer Analogiebildung zum Rest der Beispiele überwunden werden.

Das abschließende Fazit könnte in die folgende Richtung gehen: Die tatsächliche Existenz des Wegfalls von „H“ in der ägyptischen Sprache konnte durch weitere Argumente untermauert werden. Die Beispiele könnten – dies sei offen zugegeben – bei einzelner Betrachtung leicht als Defektivschreibungen durchgehen. Das Vorkommen der Erscheinung an so vielen Stellen scheint jedoch wie die unabhängige Bezeugung für eine gewisse innere Struktur zu sprechen. Die eingangs zitierten Autoren hatten sich offenbar vom gleichen Prinzip leiten lassen. Die Rede von der allgemeinen Schwäche des „H“ würde wohl am besten alle Ansprüche erfüllen. Der Hinweis auf den Wegfall von

„h“ dürfte ebenfalls nicht ganz falsch sein48. Die Nähe zwischen „h“

und „H“49 ist bereits seit längerem registriert worden.

48 Stefan Bojowald, Einige kurze Bemerkungen zur Elision von „h“ im Ägyptischen, in: Journal of the American Research Center in Egypt 50 (2014), 123-126; Stefan Bojowald, Neue Beispiele für die Elision von „h“ – ein Zwischenbericht, Journal of the American Research Center in Egypt (im Druck).

49 Barbara A. Richter, The Theology of Hathor of Dendera, Aural and Visual Scribal Techniques in the Per-Wer Sanctuary, Wilbour Studies in Egyptology and Assyriology Number 4, Atlanta 2016, 146.

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Acta Orientalia 2018: 79, 15–26.

Printed in India – all rights reserved

Copyright © 2018 ACTA ORIENTALIA ISSN 0001-6483

Zu den Schreibungen des ägyptischen Wortes „cwH.t“ „Ei“

Stefan Bojowald

Bonn, Germany

Abstract

The following investigation is devoted to the different writings of the Egyptian word “cwH.t” “egg”. As it will turn out, they show considerable variability. To present a good overview, there are thirteen examples collected here.

Keywords: Egyptian Philology – different writings of the word

“cwH.t” “egg” – graphic/phonetic reasons for these writings.

Der vorliegende Beitrag hat sich die Behandlung der Schreibungen des ägyptischen Wortes „cwH.t“1 „Ei“ als Ziel gesetzt. Der betreffende Begriff ist für das Gelege ganz unterschiedlicher Vögel verwendet worden. Der „bik“–Falke2, der „niw“–Vogel Strauß3, der „hbi“– Ibis4,

1 Zur Herleitung des Wortes „cwH.t“ „Ei” von der Wurzel „cwH“ „einhüllen“ vgl.

Jürgen Osing, Die Nominalbildung des Ägyptischen, 222; David Klotz, Adoration of the Ram, 144 n. 50.

2 Francis LL. Griffith/Herbert Thompson, Demotic Magical Papyrus, 43/133 IV, 23;

XX, 29; Daniela Mendel, Kosmogonische Inschriften, 64.

3 WB IV, 73, 2; James H. Breasted, Edwin Smith Surgical Papyrus, 195/219; Urk. IV, 949, 2; Walter Wreszinski, Papyrus Ebers, 105/112/119/139; Adolf Erman,

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die „cmn“5 –Gans und der „gAbgw“ 6 –Vogel könnten darunter namentlich hervorgehoben werden. Der Ausdruck hat daneben wie in einigen modernen Sprachen die Eier von Fischen (?)7, Krokodilen8 und Schlangen9 bezeichnet. Der Begriff ist darüber hinaus im mythologischen Sinne als „Ei des großen Schnatterers (ngg)“10 zu finden. Im gleichen Kontext gilt es zu bedenken, dass es zudem noch mehrere übertragene Verwendungsweisen gegeben hat, die hier unmöglich einzeln aufgezählt werden können.

Die reguläre Form des Wortes hat 11 gelautet. In diesem Artikel wird das Augenmerk auf die nebenher existierenden Sonderschreibungen gerichtet, deren Vielfalt sich in einer so nicht unbedingt zu erwartenden Größenordnung bewegt. Die Dokumentation dieser Schreibungen stellt allein schon aus statistischen Gründen eine reizvolle Aufgabe dar. Das Thema hat offenbar bisher noch nicht im Blickpunkt der Forschung gestanden.

Um dem Leser die Orientierung zu erleichtern, werden die Beispiele in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. In Bezug auf das Alter der

Zaubersprüche für Mutter und Kind, 21; Naoko Yamazaki, Zaubersprüche für Mutter und Kind, 20.

4 Francis LL. Griffith/Herbert Thompson, Demotic Magical Papyrus, 133 XX 30; zu den Wortspielen mit „hbi” „Ibis“ vgl. Stefan Bojowald, Wortspiele, 73-78 (Die Transkriptionen sind dort leider durch ein drucktechnisches Versehen z. T. nicht richtig wiedergegeben).

5 C. E. Sander-Hansen, Texte der Metternichstele, 41 62; Adolf Klasens, Magical statue base, 53.

6 Walter Wreszinski, Papyrus Ebers, 121. Zum „gAbgw“–Vogel vgl. Jacques Vandier, Le Papyrus Jumilac, 228; Siegfried Schott, “Totenbuchspruch 175 in einem Ritual zur Vernichtung von Feinden,“ 184; Günter Burkard, Spätzeitliche Osiris-Liturgien im Corpus der Asasif-Papyri, 68/72/80; Günter Burkard, Spätzeitliche Osirisliturgien, 10/11.

7 WB IV, 73, 6; zur ablehnenden Haltung gegenüber der Bedeutung „cwH.t“

„Fischeier“ vgl. Peter Seibert, Die Charakteristik, 114; Wolfgang Helck, Die Lehre des DwA-xtii, 38c; Günter Burkard, Textkritische Untersuchungen, 47/173.

8 Francis LL. Griffith/Herbert Thompson, Demotic Magical Papyrus, 37.

9 Janet H. Johnson, Louvre E 3229: A Demotic Magical Text, 61 Column 3/9.

10 WB IV, 73, 3; beachte die Defektivschreibung „gg“ für „ngg“ „schnattern, schreien“ bei Erik Hornung, Texte zum Amduat, 638; Irmtraut Munro, Das Totenbuch des Pa-en-nesti-taui, 8; Susanne Töpfer/Marcus Müller-Roth, Das Ende der Totenbuchtradition, 44/50. Die Defektivschreibung „gg“ für den „ngg“–Vogel ist bereits in WB II, 350, festgehalten.

11 WB IV, 73; Raymonnd O. Faulkner, Concise dictionary, 217; Rainer Hannig, Ägyptisches Wörterbuch I, 1090; Rainer Hannig, Ägyptisches Wörterbuch II, 2143- 2144.

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Belege mögen die Angaben in den Klammern verglichen werden. Das Alte Reich ist mit keinem einzigen Beispiel vertreten, was aller Voraussicht nach an den Kapriolen des Überlieferungszufalls liegt.

Die Gelegenheit wird so oft wie möglich genutzt, um die Schreibungen auf ihre jeweiligen Ursprünge zurückzuführen. Die Beispiele werden selbst dann in hieroglyphischer Form vorgestellt, wenn sie im Original hieratisch geschrieben sein sollten.

Das erste Beispiel wird aus der Schreibung 12 (Neues Reich/Spätzeit) für das „cwH.t“–Ei bestehen, deren auffälligstes Merkmal die unterschiedliche Emphase der Spirans ist. Dass üblicherweise mit stimmhafter Spirans geschriebene Worte auch mit stimmloser Spirans geschrieben werden können, stellt aber kein Novum dar. Das Lautprinzip dürfte allgemein bekannt sein, so dass dafür keine separaten Beispiele genannt werden müssen.

Die Untersuchung wird mit der Schreibung 13 (Mittleres Reich) für das „cwH.t“–„Ei“ weitergeführt, in deren Fall die Elision von H eingetreten ist. Das Phänomen der Elision von „H“ kommt auch in anderem Zusammenhang vor. Die Forschung ist bereits mehrfach auf diesen Tatbestand aufmerksam geworden. In der älteren Literatur ist das Lautgesetz von Sethe14 anhand nur weniger und zudem recht unsicherer Beispiele behandelt worden. Die Erscheinung ist bei Westendorf15 in zwei Beispielen am Ende des Wortes zur Sprache gebracht worden. Die Liste kann durch die Namen von Cannuyer16 und Kurth17 noch verlängert werden. Die Gründe für die Elision von

„H“ sind ganz gewiss vielschichtiger Art gewesen. In manchen Fällen mag dem ägyptischen Schreiber ein einfaches Versehen unterlaufen sein. Die Möglichkeit sollte jedoch nicht voreilig von der Hand gewiesen werden, dass hier und da auch lautliche oder graphische Ursachen eine gewisse Rolle gespielt haben. Die Behandlung der Frage soll für später aufgehoben werden.

12 WB IV, 73, Belegschreibungen; C. E. Sander-Hansen, Texte der Metternichstele, 39; Barbara Lüscher, Totenbuchtexte 2, 15/360.

13 Adriaan de Buck, The Egyptian Coffin Texts II, 217g.

14 Kurt Sethe, Das aegyptische Verbum, 148.

15 Wolfhart Westendorf, Grammatik der medizinischen Texte, 35.

16 Christian Cannuyer, kepitw: Héritier Bohaïrique de Hw.t-kA-ptH?, 117.

17 Dieter Kurth, Einführung ins Ptolemäische, 526.

(22)

Die Reihe setzt sich mit der Schreibung 18 (Neues Reich) für das „cwH.t“–Ei fort, die zum einen ohne große Mühe am Fehlen der femininen t–Endung zu erkennen ist. Der Gebrauch des Genuskennzeichens ist aber generell recht frei gehandhabt worden, worin das vorliegende Beispiel keine Ausnahme ist. Die Schreibung von „cwH.t“ ohne „t“ ist dem Digitalen Zettelarchiv19 erst für die griechische Zeit bekannt. Das zitierte Beispiel aus KV 62 zeigt jedoch, dass die Erscheinung wesentlich älter ist. Die Schreibung zeichnet sich zum anderen dadurch aus, dass das Determinativ in das Wort integriert worden ist.

Die Schreibung 20 (Neues Reich) gilt es an dieser Stelle ebenfalls festzuhalten, bei welcher der Anlaut des Wortes spielerisch mit der Binse geschrieben worden ist.

Im gleichen Zusammenhang muss die Schreibung 21 (Spätzeit) erwähnt werden, bei der das c zur Hälfte um die eigene Achse gedreht worden ist.

Die Schreibung 22 (Neues Reich) für das cwH.t–Ei steht als nächstes zur Debatte, die am einleuchtendsten mit einer unetymologischen Schreibung und dem Wegfall der femininen t–

Endung begründet werden kann. Dass das „Wachtelküken“ durch das

„Tauende“ ersetzt worden ist, könnte als weiteres Detail am Rande vermerkt werden. Die Schreibung cwHw23 ist auch für das cwH.t – Sargteil bezeugt.

Die Schreibung 24 (Neues Reich) kann hier noch in ergänzender Weise hinzugefügt werden, die sich wohl bei näherer Betrachtung als einfacher Schreibfehler herausstellt.

18 Urk. IV, 2057, 5; Horst Beinlich/Mohamed Saleh, Corpus der hieroglyphischen Inschriften aus dem Grab des Tutanchamun, 207.

19 DZA 29.065.130.

20 Barbara Lüscher, Totenbuchtexte 2, 14.

21 Nicolas C. Grimal, La Stèle Triomphale de Pi(aAnkh)y, 4*, 2.

22 Annie Gasse, Catalogue des ostraca hiératiques littéraires de Deir-El-Médina, Nos 1676-1774, 1740 rct. x + 2.

23 Zu den Schreibungen des „cwH.t“–Sargteils vgl. Kathlyn M. Cooney, The cost of death, 22; zum „cwH.t“–Sargteil vgl. außerdem Jacobus J. Janssen, Commodity prices, 209, 213-214, 215, 217, 221, 224, 225, 226, 228, 230, 235-238, 242, 245, 246, 281, 290, 392, 526.

24 Mohamed Saleh, Das Totenbuch in den thebanischen Beamtengräbern des Neuen Reiches, 28.

(23)

Die Schreibung 25 (Neues Reich) soll als nächstes folgen, bei der nicht nur das Determinativ, sondern auch die feminine „t“–

Endung ins Innere des Wortes gerückt ist.

In dieser Situation sollte auch die Schreibung 26 (Mittleres Reich/Neues Reich) für das „cwH.t“–Ei genannt werden, bei der die Synkope von „w“ stattgefunden hat. Der hier zu sehende Ausfall von

„w“ in der Mitte des Wortes ist zwar auch sonst zu beobachten, worauf z. B. die Arbeiten von Edel27, Westendorf28 und Fecht29 hingewiesen haben. Im vorliegenden Fall ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass er durch die Nachbarschaft zu „H“ unterstützt worden ist. Der Autor fühlt sich in diesem Verdacht nachgerade durch die Schreibungen „H“ für „Hw“30 „Ausspruch“, „H.t“ für „Hw.t“31

„Gehöft, Landgut“ und „Ha“32 für „Hwa“ „verkürzen“ bestärkt, in denen „w“ ebenfalls unter dem Einfluss von „H“ ausgestoßen worden ist. Die umgekehrte Entwicklung war bei der oben behandelten Schreibung mit dem Wegfall von „H“ nach „w“ aufgetreten. In bestimmten Fällen scheint es demnach Wechselwirkungen zwischen

„w“ und „H“ gegeben zu haben. Die Tatsache soll erst einmal nur als solche festgestellt werden. Die genauen Hintergründe können in diesem Rahmen nicht näher untersucht werden.

Die Schreibung 33 (Neues Reich) für das „cwH.t“–Ei muss hier ebenfalls angesprochen werden, die durch Metathese von „w“ und „H“

bei gleichzeitigem Wegfall der femininen „t“–Endung gekennzeichnet

25 Horst Beinlich/Mohamed Saleh, Corpus der hieroglyphischen Inschriften aus dem Grab des Tutanchamun, 34.

26 WB IV, 73, Belegschreibungen; Adriaan de Buck, The Egyptian Coffin Texts, VI.

Texts of Spells 472-786, 321 690j/VI 331 697p; Hans O. Lange, Der Magische Papyrus Harris, 55 5); Alan H. Gardiner, Late-Egyptian Miscellanies, 80a; KRI II, 571, 1/12; KRI III, 176, 3; DZA 29.065.130.

27 Elmar Edel, Altägyptische Grammatik, 63-64 (§ 145).

28 Wolfhart Westendorf, Grammatik der medizinischen Texte, 20.

29 Gerhard Fecht, Die Belehrung des Ba und der Lebensmüde, 116.

30 Elmar Edel, Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, 242.

31 Elmar Edel, Die Inschriften der Grabfronten der Siut-Gräber in Mittelägypten aus der Herakleopolitenzeit, 59.

32 Alan H. Gardiner, The Eloquent Peasant, 23; Gerhard Fecht, Der beredte Bauer: die zweite Klage, 246; Richard B. Parkinson, The Tale of the Eloquent Peasant, 117;

Serge Sauneron, Un traité Égyptien d´ Ophiologie, 13.

33 Urk. IV, 2049, 12; Horst Beinlich/Mohamed Saleh, Corpus der hieroglyphischen Inschriften aus dem Grab des Tutanchamun, 20.

(24)

ist. Die Schreibung 34 (Neues Reich) mit dem Determinativ des

„Auffliegenden Vogels“ kann hierunter als Sonderfall betrachtet werden. Die Metathese „cHw“35 ist auch für das „cwH“–Gewand nachweislich bezeugt.

Die Schreibung 36 (Neues Reich) für das „cwH.t“–Ei stellt das nächste Beispiel dar, bei dem sich die gleiche Metathese wie im Beispiel davor ereignet hat. Die feminine „t“–Endung ist allerdings im Gegensatz zu dort erhalten geblieben.

Die Schreibung 37 (Neues Reich) für das „cwH.t“–Ei, die auch aus KV 62 stammt, soll hier ebenfalls vorgestellt werden, bei der die feminine „t“–Endung in einen stammhaften Dental umgewandelt worden ist. Die Erscheinung als solche lässt sich nicht nur hier beobachten. Die Schreibungen „mti“38 für „mw.t“ „Mutter“ und „tp“39 für „p.t“ „Himmel“ können hierfür als engste Parallelen genannt werden. Das „H“ ist außerdem wieder hinter das Determinativ getreten.

Die Schreibung 40 (Neues Reich) für „cwH.t“ soll am Ende dieser Untersuchung stehen, bei der die Zeichen im Vergleich zum letzten Beispiel lediglich anders arrangiert worden sind. In diesem Fall scheint auf eine gewisse Symmetrie geachtet worden zu sein. Die Zeichen sind demnach nach ästhetischen Gesichtspunkten angeordnet.

Das „Tauende“ ist auch hier wieder an die Stelle des „Wachtelküken“

getreten.

Die Auswertung lässt sich folgendermaßen vornehmen: Die Sammlung hat mit insgesamt 13 Beispielen ein recht breites Spektrum ergeben. Die Gründe für diese Pluralität können theoretisch auf ganz verschiedenen Ebenen liegen. Die pure Experimentierlust mit den

34 Yvan Koenig, Le Papyrus Boulaq 6, 113 (XI 5).

35 Fayza Haikal, “Papyrus Boulaq XIII,” 247 XVII, 5.

36Alan H. Gardiner, Hieratic papyri, 18; Jaroslav Černý/Alan H. Gardiner, Hieratic Ostraca, Pl. 12 (oPetrie 90, 4); Georges Posener, Catalogue des ostraca hiératiques littéraires de Deir el Médineh, 1227 recto; Hans-Werner Fischer-Elfert, Lesefunde im literarischen Steinbruch von Deir el-Medineh, 152; Günther Lapp, Totenbuchtexte 1, 204/205; Barbara Lüscher, Totenbuchtexte 2, 15/360.

37 Horst Beinlich/Mohamed Saleh, Corpus der hieroglyphischen Inschriften aus dem Grab des Tutanchamun, 33, Nr. 9.

38 Friedrich Junge, Die Lehre Ptahhoteps und die Tugenden der ägyptischen Welt, 235.

39 Urk. II, 82, 8; Urk. IV, 1795, 10.

40 KRI V, 59, 10.

(25)

Möglichkeiten der Schrift mag darunter die Hauptursache gebildet haben. Der intellektuelle Reiz beim Suchen und Finden der angebotenen Lösungen hat dazu vielleicht den Anstoß gegeben.

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Copyright © 2018 ACTA ORIENTALIA ISSN 0001-6438

New Burushaski etymologies and the origin of the ethnonym Burúśo, Burúśaski, Brugaski and Miśáski

Ilija Čašule

Macquarie University

Abstract

The etymological analysis of fourty-five new lexical correspondences between Burushaski and Indo-European that have come to light since the publication of the Burushaski etymological dictionary of the inherited Indo-European lexicon in 2017 (with 507 entries and as many derivatives) confirms the earlier stratification of the Burushaski Indo-European vocabulary. Most of the Burushaski correlations are with stems with wider IE representation, but a significant number constitute unique isoglosses with Slavic, South Slavic and the Balkan languages. The etymologies involve words that belong to the core and basic vocabulary that could not be borrowings. It is significant that there are 10 basic independent verbs. The phonematic correspondences are fully consistent with the material in the 2017 dictionary and the semantics is precise and direct. The correlation with 30 unique Phrygian isoglosses and 32 unique Slavic isoglosses and the Balkan material is explained tentatively as the result of a symbiosis between these two groups in deep antiquity in the make up of the likely Balkan ancestor of Burushaski.

Referanser

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